
Herzklopfen und Hoffnung
Doina Batrinac aus Moldawien bei Familie Ernst
Im Austauschjahr habe ich viele verschiedene Gefühle erlebt: Aufregung bei der Auswahl. Angst und Traurigkeit, Glück und Erwartungen, als ich mein Haus verlassen habe und in den Bus eingestiegen bin, der nach Deutschland fuhr. Spaß und neue Erfahrungen beim Vorbereitungsseminar, meiner ersten Woche in Deutschland.
„Ja“, „Nein“, „Ich verstehe nicht“
Richtiges Herzklopfen hatte ich, als ich zum ersten Mal meine Gastfamilie gesehen habe.
Ich wusste nicht, was ich sagen sollte, weil ich nur „Ja“ und „Nein“ kannte, und „Hm, ich verstehe nicht, können Sie bitte langsamer sprechen.“ Drei Wörter, die so wichtig sind, wenn du nach Deutschland kommst!
Und noch ein anderes Wort, das in mir gelebt hat: „Hoffnung“. Meine Gastfamilie war super nett, mein Herzklopfen hat sich schnell verringert und ich habe einfach begonnen, meine Zeit in Deutschland zu genießen. Dank ihnen hatte ich kaum Heimweh und ich habe sehr viele Sachen für das Leben gelernt.
Lehrer auf Partys
In der Schule habe ich am Anfang kaum etwas verstanden. Ich habe allein gesessen und hatte keine Freunde. Die Lehrer versuchten nett zu sein und haben langsam geredet. Aber es dauerte fünf Minuten, bis sie einen Satz ausgesprochen hatten, so dass ich es verstehen konnte.
Es war witzig am Anfang, denn obwohl ich nicht viel verstanden habe, konnte ich gut beobachten. Es war komisch zu merken, dass die Lehrer total anderes sind als die Lehrer aus meinem Land. Lehrer, die auf dem Tisch sitzen, Kaugummi kauen oder mit den Schülern auf Partys gehen – das gibt es in Moldawien nicht.
Warte für mich!
Die bessere Zeit in der Schule kam nach den Weihnachtsferien. Ich hatte viele Freunde und konnte so gut Deutsch sprechen, dass ich geredet habe ohne Ende. Ich wurde eine richtige Plappertasche! Meine ersten Sprüche waren: „Eine Noone!? “, „Ich bin ein Katholiker und glaube in Gott“, „Warte für mich“, „Und weiß nich was“.
Weihnachten in Deutschland
An Weihnachten in Deutschland werde ich mich noch lange erinnern. Morgens habe ich zusammen mit meiner Gastschwester den Tannenbaum geschmückt. Als wir die Geschenke aufgeteilt haben, habe mich wie in meiner echten Familie gefühlt.
Es war auch sehr schön, als wir abends nach dem Essen mit meiner Gastoma und Gastmama „Doverlusi“ gespielt haben. Meine Gastoma hat mich immer geärgert, wenn ich verloren habe, aber das war nur Spaß.
Unverwechselbar Doina
Am Ende des Jahres haben mir meine deutschen Freunde gesagt, wofür sie mich mögen: für meine Aussprache und den Akzent. Unverwechselbar Doina war für sie: meine Lache, meine Koch- und Backkünste, mein „böser Blick“, mein geduldiges Haarflechten, meine großen Augen, meine Schauspielkünste, einfach nur: ICH!
Ich hatte kaum Zeit, um ihnen zu sagen, wofür ich sie mag: für ihre Geduld, Freundschaft, Großzügigkeit und dafür, dass sie mich akzeptiert haben.
Meine zweite Familie
Ich danke allen für so ein besonderes Jahr. Ganz besonders danke ich meiner Gastfamilie, die für immer meine zweite Familie bleiben wird!
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