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Stinkefrucht, Schnitzel  und Schnee

Familie Kreye, Gastfamilie von Peem aus Thailand

thailand-willkommen-peemEtwas nervös waren wir schon, als wir Peem im August 2010 in Hannover abgeholt haben. Die Autofahrt nach Magdeburg hat er allerdings komplett verschlafen, so dass unsere Sorgen, wie wir uns unterhalten sollten, unbegründet waren.

Dann ging das Alltagsleben los. Morgens klingelte sein „Mörder“-wecker, der auch den letzten Schläfer aus dem Bett geholt hat. Außer unseren Peem… Am Frühstückstisch war Sprachlosigkeit angesagt. Peem und sein Gastbruder Max fanden um 06.15 Uhr keine Worte. Zwei Teenager eben!

Austausch - auch eine Geschmackssache!

Um ihm das Einleben zu erleichtern, haben wir anfangs im Asia-Laden eingekauft.  Er suchte unter anderem ein „Stinke“-frucht aus, die in Thailand eine Delikatesse ist, für europäische Gaumen aber eher ungenießbar. Wir haben nach dem Essen alle gelacht und es unter der Rubrik „Erfahrungen“ abgespeichert.

Peem hat sich schnell an das europäische Essen gewöhnt. Er liebte Schnitzel, Hähnchen und Haxe. Pommes, Döner und Nutella. Hausgemachte Salami, Schinken. Etliche Pakete mit Nutella und Milka wurden mittlerweile nach Thailand geschickt.

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Beim Besuch bei den Großeltern: Peem im "Würstchenhimmel"

Peem mischte mit

In der Schule hat er aufgrund seiner offenen Art sehr schnell Anschluss gefunden. Er hat ein katholisches Gymnasium besucht und war sehr interessiert. Da sein Gastbruder im Austauschjahr gefirmt wurde, war es für ihn eine Selbstverständlichkeit, auch den Firmunterricht zu besuchen. Er war gemeinsam mit Max in einem Kloster in Österreich und hat sich aktiv an der Firmmesse beteiligt. Im Gegenzug haben wir viel über den Buddhismus gelernt. Eine gute Erfahrung.

Unser anfangs unsportlicher Gastsohn hat sich in Deutschland zu einer echten Sportskanone entwickelt. Er konnte zwar nicht die Leidenschaften seines Gastbruders für Rennrad und Radball teilen, ist aber regelmäßig zum Tischtennis und Hockey gegangen. Außerdem hat er Mountainbikefahren gelernt. Höhepunkte waren sicher seine Teilnahme an „Jugend trainiert für Olympia“ im Hockey sowie der Besuch der Radball-Weltmeisterschaft in Stuttgart.

Peem friert fest

Im Dezember fiel der erste Schnee. Peem war begeistert. Schlittenfahren, Schlittschuhlaufen. Im Laufe des Winters nahm die Begeisterung ab, waren die Jungen doch zum regelmäßigen Schneeschaufeln eingeteilt und der Schnee wurde immer mehr. An einem Tag ist er uns „eingefroren“. Sein Gastbruder kam vom Schulbus mit der Bemerkung „Mama, Peem kann nicht mehr.“ Also, Stiefel, Mantel an und Peem einsammeln. Er stand frierend in einer Hofeinfahrt und musste zu Hause erst einmal aufgetaut werden.

Der Abschied fällt schwer

Nach dem Winter ging das Jahr schnell vorbei. Peem war voll integriert und hatte viele Freunde gefunden. Im Juni kehrte seine Gastschwester Anna von ihrem Austauschjahr aus Amerika zurück. Wir haben ein „Welcome-back“- und „Farewell“-Party gefeiert sowie ihre 16. und 17. Geburtstage.  Der Abschied war tränenreich. Der letzte Schultag war zugleich sein Abflugtag. Er ließ es sich nehmen, zur Schule zu gehen, bevor wir nach Frankfurt zum Flughafen aufbrechen mussten. Er wird immer uns Sohn bleiben und bekommt zu Weihnachten ein besonderes Geschenk – einen Schlüssel zu unserem Haus. Den Schlüssel zu unseren Herzen besitzt er schon.

Jetzt leben wir mit unserer koreanischen Gasttochter zusammen und lernen ein anderes Stück Asien kennen. Auch sie wird uns immer wieder willkommen sein. Wir sehen, was uns das nächste Jahr beschert...

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„Wo ist ‚zu Hause’?
Es ist sicherlich kein Gebäude oder keine Stadt. Es ist dort, wo die Menschen sind, die man liebt und die einem nah sind.“


Katarzyna Czapnik, Austauschschülerin aus Polen