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Die Zeit verging wie im Flug

Isabelle Dege, Estland

Lange, weite Felder, vereinzelte Häuser und dazwischen Wälder

FigurenIch lebe nun schon seit acht Monaten in Estland, in einer estnischen Familie und besuche eine estnische Schule.
Mein erster Eindruck von Estland nach einer einstündigen Fahrt durch das Land war folgender: " Ich bin vollkommen orientierungslos!"
Kaum aus der Stadt herausgefahren, wurde mir immer der gleiche Blick geboten: lange, weite Felder, vereinzelte Häuser und dazwischen Wälder!
Für mich sah alles identisch aus; und plötzlich schlich sich mir die Frage in den Kopf: “Ist es möglich, zehneinhalb Monate in diesem kleinen Land, welches riesengroß zu sein scheint, leben zu können. Es lieben zu können?” Ich fand die Antwort...

LandschaftSaunieren ist besser als Duschen!

Das estnische Volk lässt sich als eine sehr grosse Familie bezeichnen. Sätze wie: „Oh, schau mal, im Fernsehen ist der Sohn der Tante meiner Mutter!“, oder: „Die Frau, die gerade mit der Frau des Präsidenten spricht, war meine Mathematiklehrerin in der Mittelschule!“, hört man wieder und wieder.
Die Sommerferien in Estland dauern sehr lange und so hatte ich die Chance, meine Gastfamilie und ihr Umfeld vor dem Beginn der Schule noch besser kennenzulernen.
Die Esten sind begeisterte Saunagänger. Auch ich habe das Glück, eine eigene Sauna nutzen zu können und das „Tüpfelchen auf dem i” ist ein extra angelegter Teich für das kalte Bad nach dem Saunagang.
Ich habe mich auf jeden Fall zu einer Sauna-Teich-Gängerin entwickelt und die aufregenden Saunagänge ersetzen die gewohnten, eher langweiligen Gänge unter die Dusche. Nach anfänglichen Zweifeln stellte ich überrascht fest, dass mich der tägliche Weg zum Sauna-Haus überhaupt nicht störte - im Gegenteil, ich genoss ihn.

AbschlussballVolleyball und Schlittschuhlaufen

Nach einer Weile entwickelten sich großartige Freundschaften. Auch bei meinem neuen Hobby Volleyball fand ich Anschluss an meine Teamkolleginnen, was meinen sportlichen Ehrgeiz unterstützte und wodurch ich eine neue Leidenschaft entwickelte.
Sport wurde in der Schule mit großem Enthusiasmus betrieben.Wo im Winter Schlittschuh gefahren oder Langlauf betrieben wird, befindet sich im Sommer ein tolles Basketballfeld sowie ein wunderschöner Jogging- und Schwimmpark.

Die estnische Sprache hat 14 Fälle

Die Zeit verging wie im Flug. Meine Sprachkenntnisse verbesserten sich täglich, sodass ich nach einem Monat entschied, ausschließlich Estnisch zu sprechen. Jedoch bedeutete das nicht, dass ich alles verstand, geschweige denn ausdrücken konnte,aber es kamen jeden Tag neue Wörter hinzu. Und es war ein riesiger Spaß und super spannend, aber manchmal auch ermüdend.

Isabells ZuhauseEin Abschied mit Antwort

Meine Gasteltern, meine drei tollen Brüder und meine Wunschschwester nahmen mich als Familienmitglied auf. Mein Gastvater, der als Junge Deutsch in der Schule gelernt hat, sagt immer: " Meine Isabelle, meine Tochter!"
Jedoch rückt der Tag des Abschieds immer näher und ich erinnere mich an meine zu Beginn gestellte Frage und habe schließlich eine Antwort gefunden: " Ja, es ist möglich in diesem kleinen Land, welches riesengroß zu sein scheint, glücklich zu leben. Und es zu lieben!"

Es wird ein Teil von Estland in mir bleiben. Mein Herz wird immer mit den wunderschönen Erfahrungen mit meinen neuen Freunden und vor allem mit den Erinnerungen an meine Gastfamilie erfüllt sein.

Ich werde Estland niemals den Rücken zukehren, es ist meine zweite Heimat geworden!

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Ganz unbestritten ist aber das Beste an meinem Austauschjahr, dass ich so tiefe Freundschaften knüpfen konnte! Das erst macht aus jedem Tag des Austauschjahres ein einmaliges Erlebnis und aus jedem Besuch in Schweden eine Heimkehr.

Simone Drost
Austauschjahr in Schweden