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Der rote Pullover, Saint Nicolas, «Moules Frites» und ein zweites Zuhause

Kathrin Starp, Belgien (Wallonie)

Am 15. August 2000 begann für mich ein aufregendes Jahr. Am Anfang der Zugfahrt (Ja, es gibt auch Schüler, die per Zug ins Austauschjahr fahren!) fühlte sich alles noch an wie eine Urlaubsfahrt, aber schon bei den beiden Umsteigemanövern in Köln und Brüssel fing es an, kompliziert zu werden.

In Köln hatte ich genug Zeit und konnte mich gut orientieren, aber in Brüssel fühlten sich die Taschen und Koffer dann auf einmal viel schwerer an.

Als ich endlich im richtigen Zug war und ich mir noch mal das Photo von meiner Gastfamilie anguckte, ging es mir wieder gut und ich freute mich auf meine Ankunft in Tournai.

Am Bahnhof wurde ich von meiner Gastmutter herzlich empfangen. Meine Gastfamilie besteht aus meiner Gastmutter Céline und meinen drei Brüdern: Aldéric, 2 Wochen älter als ich, Erwin und Lorenz, damals 6 und 7 Jahre alt.

Die ersten Wochen habe ich sehr genossen, denn es waren noch Ferien und wir haben viele Ausflüge gemacht und uns besser kennen gelernt.

Der rote Pullover

Am ersten Schultag fühlte ich mich ziemlich verloren, und da ich mich nicht an meinen Gastbruder hängen konnte, weil er in eine andere Klasse ging, bin ich den ganzen Tag hinter einem Mädchen mit einem roten Pullover hergelaufen, das in meiner Klasse war. In der Mittagspause ging ich zum Essen nach Hause, und nach der Pause war ich dann total verloren.

Doch dann tauchte das Mädchen mit dem roten Pullover wieder auf, ich war super froh und bin hinter ihr hergelaufen. Kurz vor dem Klassenraum drehte sie sich dann um und fragte mich, ob ich denn Niederländisch oder Englisch als erste Fremdsprache gewählt hatte. Tja, ich hatte natürlich Englisch gewählt und war somit vor dem falschen Raum gelandet.

Zum Glück hat Amandine mich nur angegrinst und gefragt, ob sie mich zum richtigen Raum bringen soll. Ich war ihr sehr dankbar, denn ohne ihre Hilfe hätte ich den Raum wohl nicht mehr rechtzeitig gefunden. Amandine und ich haben uns danach immer sehr amüsiert, wenn sie wieder ihren roten Pullover anhatte!

Saint Nicolas

Der 6. Dezember ist ein wichtiger Tag für die Kinder in Belgien, denn in der Nacht vorher kommt der Nikolaus, «Saint Nicolas».

Meine kleinen Gastbrüder waren schon ein paar Tage vorher sehr aufgeregt, denn auf dem Wunschzettel stand nur ein Wunsch: ein Gameboy.

Natürlich haben sie dann auch beide einen geschenkt bekommen und waren total glücklich. Den Tag haben wir dann noch gemütlich bei der Familie verbracht und haben natürlich lang und gut gegessen.

«Moules Frites»

Essen ist sowieso ein wichtiges Thema. Meine Gastmutter fand es sehr wichtig, mir die französische Küche näher zu bringen. Wir haben sehr viel zusammen gekocht und hatten viel Spaß dabei.

Am meisten haben mich die Muscheln beeindruckt. Ich hätte mir vorher nie vorstellen können, dass mir Muscheln schmecken, aber jetzt esse ich immer welche, wenn ich in Belgien bin! Man nennt das Gericht «Moules Frites», da die Muscheln mit Pommes serviert werden. Außerdem sind die Belgier noch sehr stolz auf ihr Bier und so leckere Sachen wie Waffeln und Schokolade.

Ein zweites Zuhause

Sprachlich hatte ich eigentlich nur wenig Probleme. In vier Jahren Französischunterreicht hatte ich zum Glück schon vieles gelernt und habe auf jeden Fall das Wichtigste verstanden!

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„Durch die Herzlichkeit und Lebensfreude der Südafrikaner werde ich wohl immer wieder kommen müssen, um den Teil meines Herzens zu besuchen, der dort einfach nicht weg will.“

Anna Rebecca Sukkau
Austauschjahr in Südafrika