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„Ich muss mal…“

Anika Dörge, Japan

Rudi Völler tut es, George W. Bush tut es und du tust es ganz sicher auch – mehrmals am Tag! Die Rede ist schlicht und einfach vom Gang zur Toilette. Ich erzähle wohl kaum jemandem etwas Unglaubwürdiges, wenn ich behaupte, selbst Japaner würden ihr Geschäft verrichten. Allerdings gibt es doch einige für Austauschschüler wissenswerte Eigenheiten an japanischen Toiletten.

Washiki und Youshiki

Zuerst einmal unterscheidet man zwischen Washiki und Youshiki. Die Washiki ist die traditionelle Variante und besteht aus einem kleinen Becken, das in den Boden eingelassen ist. Man hockt sich darüber und… der Rest ist bekannt.

Diese Art Toilette befindet sich auf öffentlichen Plätzen, weil sie so sauber ist, und vor allem auch in traditionellen Haushalten.

Dort müssen außerdem vor jedem Gang aufs Örtchen die Schuhe gewechselt werden. Es gibt nämlich extra „Kloschlappen“, die man danach unbedingt wieder ausziehen muss, denn in den Latschen durch das Haus zu laufen ist sehr anstößig.

Unwissenden Ausländern wie mir wurde dieser Fauxpas aber gern mit einem breiten Grinsen vergeben…

Uhranzeige und Sitzheizung

Kommen wir nun zum noch abenteuerlicheren Modell, der Youshiki. Youshiki heißt eigentlich nichts anderes als „westliches Klo“ – wo der Westen liegt, aus dem diese Apparatur importiert worden ist, konnte ich bis heute nicht in Erfahrung bringen. Nun gut, es ist sehr an hiesige Aborte angelehnt, jedenfalls hinsichtlich der Form und Funktionsweise.

Der riesige Unterschied ist eine winzige Schaltfläche, von der aus man die unmöglichsten Dinge steuern kann. Per Knopfdruck können Deckel und Brille gehoben werden.


Bevor es nun losgeht, drückt man erst noch auf den Wassergeräusch-Macher, der von da an die ganze Zeit vor sich hinsprudelt, um gewisse O-Töne zu übertönen.

Uhrzeitanzeige, Totalentwässerung für die Reinigung, Sitzheizung – viele der Funktionen waren mir bald geläufig.

Einige Knöpfe blieben mir allerdings lange ein Rätsel, denn auch die Beschriftung kann sehr entfremdet sein.

Wer japanisch lesen kann – und das ist gar nicht so schwer – ist meistens klar im Vorteil, aber manchmal auch auf dem Holzweg.

Selbstzerstörungsfunktion?

Beispielsweise stand auf einem Feld „Impakuto“, was nichts anderes als die japanische Entsprechung des englischen „Impact“ (Aufprall, Zusammenstoß) ist! Meine Probierfreudigkeit hielt sich da schnell in Grenzen. Später klärte meine Gastmutter mich darüber auf, dass der vermeintlich gefährliche Impact-Knopf lediglich eine Art Dusche von unten war und keine Selbstzerstörungsfunktion, wie ich erst befürchtet hatte.

Solltet ihr also mal auf Geschäftsreise in Japan sein, dann frohes Gelingen. Und bei all dem Trubel nicht vergessen: Die Spülung ist noch immer manuell zu betätigen!

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„Es war anders - und noch besser, als ich dachte!“

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