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Kein Rezept für Rumänien

Anna Kopperschmidt, Rumänien

Anna mit ihren GastelternEin wenig unglücklich blicke ich auf die Schüssel mit den kloßartigen Gebilden vor mir auf dem Tisch.

Nein, so sollten sie nicht schmecken, die papanas,i (sprich: papanasch), eines meiner rumänischen Lieblingsgerichte, welches ich heute zum ersten Mal zu kochen versucht habe.

Vielleicht hätte ich mir doch das genaue Rezept geben lassen und nicht einfach alle Zutaten „nach Gefühl“ vermischen sollen...

Aber kann man ein rumänisches Gericht nach vorgeschriebenen Maßen zubereiten? Gibt es in einem Land wie Rumänien überhaupt irgend etwas „nach Rezept“?

Wenn ja, dann würde wahrscheinlich allein die Zutatenliste das halbe Kochbuch einnehmen. Denn Rumänien beinhaltet viel. So viel, dass es mir manchmal schwer fällt, Allgemeines zu berichten oder „schnell mal einen Überblick zu schaffen“.

Aber wie überall macht auch hier die Übung den (Koch-)Meister und so versuchen wir es jetzt einmal mit einem einfachen und leicht bekömmlichen Grundrezept.

RumänienAm Schwarzen Meer

Rumänien, in der Originalsprache România, liegt am westlichen Ende des Schwarzen Meeres, umgeben von den Ländern Bulgarien, Serbien, Ungarn, der Ukraine und Moldawien. Zu den wichtigsten Minderheiten in dem rund 23 Millionen Einwohner zählenden Land gehören Roma, Ungarn und Deutsche.

Religion spielt in Rumänien eine große Rolle. Über 85 Prozent der Menschen gehören dem rumänisch-orthodoxen Glauben an, aber auch die katholische und die protestantische Konfession sind vertreten.

Eine Sprache zum Verlieben

Die rumänische Sprache ist heute die einzige romanische in Osteuropa. Verwandt also unter anderem mit Italienisch, Spanisch oder Französisch bekommt sie durch andere sprachliche Einflüsse, zum Beispiel slawische, einen völlig eigenen, faszinierenden Charakter.

Ich hatte mich in diese Sprache verliebt, noch ehe ich einen ganzen Satz verstand. Die Art sich auszudrücken ist oft „näher an dem, was man fühlt“, wie meine Gastmutter es einmal beschrieb. Und das Gefühl sei sehr wichtig für Latinos, zu welchen die meisten Rumänen sich unweigerlich zählen.

Menschennähe

MarktfrauenMenschennähe – so würde ich das beschreiben. Als zum Beispiel eine freundliche Bäuerin auf dem Markt meine zaghaften Versuche, ein Foto von ihr zu machen, bemerkt und prompt das Verkaufen Verkaufen sein lässt, um sich für mich in Pose zu stellen.

Auch die Blumenverkäuferin lässt sich gern ablichten und schenkt mir im Anschluss sogar eines ihrer duftenden Gewächse. Natürlich verspreche ich, noch einmal wiederzukommen und die fertigen Fotos zu zeigen.

Kleine Begegnungen, ein paar Minuten Gespräch – und doch scheint gerade so etwas den Tag auszumachen.

Rumänien ist für mich voller Bilder und Szenen, die in unerwarteten Momenten auftauchen, einen staunen lassen und sich dann leise wieder entfernen. Rumänien ist für mich ein Land, in dem selten etwas „nach Rezept“ vor sich geht, und dessen Vielfalt mich immer wieder begeistert.

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„Mein Austauschjahr, das war für mich ein Jahr mit vielen neuen Erfahrungen, ein Jahr mit neuen Freunden, ein Jahr mit einer neuen Familie. Es war ein unvergessliches Jahr.“

Hanna Klein
Austauschjahr in den USA