
Ein Schuljahr im Ausland nach der Schulzeitverkürzung
Ein Austauschjahr bietet die einmalige Chance, komplett in eine andere Kultur einzutauchen, den eigenen Horizont zu erweitern und ein zweites Zuhause in der Welt zu finden.
Auch bei zwölf Jahren zum Abitur gibt es gute Möglichkeiten, ein ganzes Schuljahr im Ausland zu verbringen:
- Jugendliche können nun schon nach der 9. Klasse ins Ausland gehen und sich in vielen Fällen ihr Austauschjahr, das sie in der 10. Klasse verbringen, in Deutschland anerkennen lassen.
- Alternativ können sie ein Austauschjahr auch zwischen der 10. und der 11. Klasse als zusätzliches Schuljahr einschieben.
Achtung: Die gesetzlichen Regelungen hinsichtlich der Anerkennung eines Austauschjahres in Klasse 10 können von Bundesland zu Bundesland variieren. Aktuelle Informationen bieten die Infoblätter des Arbeitskreises gemeinnütziger Jugendaustauschorganisationen (AJA):
AJA-Faltblatt für Baden-Württemberg
AJA-Faltblatt für Niedersachsen
AJA-Faltblatt für Nordrhein-Westfalen
AJA-Faltblatt für Mecklenburg-Vorpommern
AJA-Faltblatt für Sachsen-Anhalt
Weitere Informationen auch unter www.aja-org.de
Außerdem sollte noch vor der Abreise geklärt werden, ob die eigene Schule das Austauschjahr anrechnen kann.
Nicht in allen Fällen ist eine Anerkennung des Austauschjahres in Klasse 10 möglich, sinnvoll oder gewünscht. Doch auch ein zusätzlich eingeschobenes Austauschjahr ist niemals ein „verlorenes“ Jahr – ganz im Gegenteil: Als Austauschschüler sammelt man Erfahrungen, von denen man ein Leben lang profitiert!
Warum während der Schulzeit ins Ausland gehen?
Vor allem als Jugendlicher zwischen 15 und 17 Jahren hat man einerseits die nötige Reife, andererseits die nötige Offenheit, um sich auf ein Leben in einer komplett anderen Kultur einzulassen. Als Austauschschüler wird man wie ein neues Familienmitglied in eine Gastfamilie integriert, teilt den (Schul-)Alltag von Gleichaltrigen und taucht so völlig in die fremde Kultur ein. Dies ist bei anderen Formen des Auslandsaufenthaltes – etwa als Au-Pair oder im Studium – in dieser Intensität nicht möglich.
Außerdem entwickeln Austauschschüler in der prägenden Zeit des Erwachsenwerdens ihre Persönlichkeit und Selbstständigkeit sowie ihr Verantwortungsbewusstsein weiter.
Warum für ein ganzes Jahr – und nicht nur für ein paar Monate – ins Ausland gehen?
Austauschschüler müssen sich in eine fremde Kultur einleben und sich in der neuen Sprache zurechtfinden – die meisten haben daher erst in der zweiten Hälfte des Austauschjahres das Gefühl wirklich „angekommen“ zu sein. Erst in dieser zweiten Phase des Austauschs beginnt die wirkliche Integration in die neue Kultur. Jetzt entstehen intensive Freundschaften zu Gleichaltrigen und eine vertiefte Beziehung zur Gastfamilie. Zudem verläuft das Leben in den meisten Kulturen in Jahreszyklen – ein vollständiger Einblick in die neue Kultur wird daher nur durch ein ganzes Jahr möglich.
Hintergrund: KMK-Beschluss
Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat sich im Juni 2006 geeinigt, die Mobilität von Jugendlichen in ganz Europa und der weiteren Welt zu erhöhen. Egal, ob Jugendliche innerhalb Deutschlands oder Europas umziehen, oder ob sie ein Schuljahr im Ausland verbringen, die Schulleistungen sollen in die Oberstufe eingebracht werden können. Die Vereinbarung muss in den Bundesländern bis spätestens 2011 umgesetzt sein.
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