
Ehemalige an erster Stelle
Sonntag, 28. Juli 1957. Im Jugendhof Barsbüttel bei Hamburg endet eine Wochenendkonferenz von 36 ehemaligen Austauschschülern des „Urban und Rural Teenage Exchange“, veranstaltet von der amerikanischen Hohen Kommission in Deutschland (HICOG) und Teil der „Umerziehungsprogramme“ der US-Bundesregierung.
Während ihres Austauschjahres in den USA waren diese Jugendlichen vom „Michigan Council of Churches“ (ohne religiöse Bindung) und von Kiwanis International betreut worden. Allerdings gab es nach dem Austauschjahr 1955/1956 für das Programm keine Gelder mehr.
Um den Schüleraustausch auf privat finanzierter Ebene fortsetzen zu können, musste ein deutscher Partner bereitstehen. Deshalb konstituierte sich diese Ehemaligenkonferenz als „Youth For Understanding Committee“ mit dem damals 20-jährigen Ulrich Zahlten als „Chairman“.
Innerhalb der nächsten Monate entwickelte sich daraus das Deutsche Youth For Understanding Komitee – kurz YFU. Schon für das Schuljahr 1958/1959 erhielt YFU den Auftrag, 80 Jugendliche aus Deutschland für das Austauschprogramm des Michigan Council of Churches auszuwählen und vorzubereiten. Aus dem Council wurde YFU USA – und bis heute hat YFU den Charakter einer Ehemaligenorganisation beibehalten.
Die Entwicklung von YFU
| 1951 | 75 deutsche Jugendliche verbringen mit einem Programm der US-Regierung ein Schuljahr im US-Staat Michigan, wo sie von Rotary International betreut werden. |
| 1952 | Rotary International überträgt die Betreuung der Schüler auf den Michigan Council of Churches (ohne religiöse Bindung). Rachel J. Andresen leitet die Zentrale in Ann Arbor, Michigan. |
| 1957 | 35 ehemalige deutsche Teilnehmer an diesen deutsch-amerikanischen Austauschprogrammen gründen am 28. Juli in Barsbüttel bei Hamburg das Deutsche Youth For Understanding Komitee (YFU). Vorsitzender wird Jurastudent Ulrich Zahlten. YFU arbeitet mit dem Michigan Council of Churches (Michigan) und mit Kiwanis International (Georgia) zusammen. |
| 1961 | YFU konzipiert das einjährige Studienprogramm in Deutschland für US-Schüler und lädt den Michigan Council of Churches dazu ein, Teilnehmer zu finden. Die ersten sechs „Jahresschüler“ treffen ein. |
| 1964 | In den USA wird das Austauschprogramm des Michigan Council of Churches selbstständig und gründet die gemeinnützige Organisation Youth For Understanding, Inc. |
| 1965 | YFU wird in Deutschland eingetragener Verein und als gemeinnützig anerkannt. Ulrich Zahlten bleibt Vorsitzender. |
| 1970 | Bei 325 deutschen und 252 amerikanischen Schülern wird in Deutschland die Geschäftsstelle mit zunächst nur einem hauptamtlichen Mitarbeiter gegründet. |
| 1973 | In den USA tritt Rachel J. Andresen in den Ruhestand. Ihr Nachfolger wird Philip H. Yasinski. |
| 1977 | Zum ersten Mal kommen 13 Jugendliche aus Lateinamerika nach Deutschland. |
| 1978 | Youth For Understanding Inc. zieht um nach Washington, D.C. Neuer Präsident der US-Organisation ist John Richardson, der von 1969 bis 1977 Assistant Secretary of State For Educational and Cultural Affairs bei der US-Regierung war. |
| 1982 | Einjährige Austauschprogramme mit neun europäischen Ländern und Australien beginnen. YFU feiert sein 25-jähriges Jubiläum und erwirbt ein Bauernhaus in Nienwohld (Schleswig-Holstein) als Tagungsheim. |
| 1984 | YFU beteiligt sich am Parlamentarischen Patenschafts-Programm (PPP), gegründet vom Deutschen Bundestag und dem US-Kongress. In den ersten Jahren übernimmt YFU die Betreuung von 55 bis 70 Prozent der teilnehmenden Stipendiaten. |
| 1987 | Erstmals reisen deutsche Schüler nach Lateinamerika. YFU feiert sein 30-jähriges Jubiläum und erhält öffentliche Anerkennung, unter anderem beim Empfang durch Bundespräsident Richard von Weizsäcker. |
| 1989 | Mit der Satzungsreform wird ein fünfköpfiger Vorstand gewählt, dessen Vorsitz weiterhin Ulrich Zahlten übernimmt. Hauptamtlicher Geschäftsführer wird Hans-Holger Herrnfeld. Gemeinsam gründen YFU Deutschland und YFU USA die Youth For Understanding-Stiftung, um zusätzliche Stipendien im deutsch-amerikanischen Jugendaustausch zu ermöglichen. Die Austauschprogramme werden auf Japan und Polen ausgedehnt. |
| 1990 | 46 DDR-Vollstipendiaten fliegen in die USA, überwiegend aus Spenden von Mitgliedern und Eltern finanziert. 35 Vollstipendiaten aus Polen, der CSFR und Ungarn kommen nach Deutschland und die ersten US-Jahresschüler reisen in die DDR. Als erste Organisation erstreckt YFU den langfristigen Schüleraustausch damit auch auf Mittel- und Osteuropa. |
| 1991 | YFU erweitert die Initiativen von 1990: Etwa 290 Teilnehmer stammen aus den neuen Bundesländern. Erste Teilnehmer aus Russland kommen nach Deutschland. |
| 1993 | Neuer Geschäftsführer von YFU wird Nikolaus Pelka, der langjährig ehrenamtlicher Mitarbeiter und Vorstandsmitglied war. Insbesondere die Aufnahme von Austauschschülern aus dem östlichen Mitteleuropa und Russland steigert sich erheblich. |
| 1995 | In Fortführung des Programms von SAY Exchange entwickeln wir YFU-Austauschprogramme mit Südafrika. |
| 1997 | Das 40-jährige Jubiläum von YFU wird gefeiert, unter anderem mit einem Empfang von Bundespräsident Roman Herzog. Nach 40-jähriger Amtszeit kandidiert Ulrich Zahlten nicht erneut als Vorsitzender des Vereins. Er wird in Anerkennung seiner besonderen Leistungen zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Erstmals kommen Schüler aus der Ukraine und Weißrussland nach Deutschland. |
| 1998 | Dr. Hans-Holger Herrnfeld wird neuer Vorsitzender von YFU. Die ersten Jugendlichen aus Bulgarien verbringen ein Jahr in Deutschland. |
| 1999 | Unsere Programme mit Mittel- und Osteuropa werden deutlich ausgebaut. Die ersten Schüler aus Litauen, Moldawien und Georgien kommen nach Deutschland. |
| 2000 | Neuer Geschäftsführer wird Knut Möller, der zuvor Leiter des Aufnahmeprogramms war. Erstmals kommen Schüler aus Kasachstan für ein Jahr nach Deutschland. |
| 2002 | Beginn der Austauschprogramme mit China und Kroatien. |
| 2003 | Dr. Nils Oldenburg wird neuer Vorsitzender von YFU. Erste YFU-Programme mit Thailand. |
| 2004 | Erstmals kommen Austauschschüler aus Indien und der Mongolei nach Deutschland. |
| 2005 | Die ersten Austauschschüler aus Aserbaidschan und der Slowakei kommen nach Deutschland. |
| 2006 | Zum ersten Mal kommen Schüler aus Ghana für ein Austauschjahr nach Deutschland. |
| 2007 | Das Deutsche YFU Komitee feiert sein 50-jähriges Jubiläum. Hauptredner beim Festakt in der Handelskammer Hamburg ist Dr. Wolfgang Schäuble, Bundesminister des Innern und ehemaliger Gastvater einer YFU-Austauschschülerin aus den USA. |
| 2008 | Beginn der Austauschprogramme mit Peru, Südkorea und der Türkei. Insgesamt kommen erstmals über 500 Austauschschüler für ein Jahr nach Deutschland. |
| 2009 | Marcus von Garßen wird neuer Vorsitzender von YFU. Erstmalig können Schüler aus Deutschland für ein Jahr nach Ägypten oder Costa Rica gehen. |
| 2010 | Neue Austauschprogramme mit Indonesien und Serbien. Im Oktober wird das 20-jährige Jubiläum der ostdeutschen YFU-Landesgruppen gefeiert. |
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