Eine Hochzeit mit großem (internationalem) Wiedersehen

Agnes Möller, Gastmutter von mehr als 15 Austauschschülerinnen und -schülern

Seit 2000 haben wir vielen Austauschschülern aus den unterschiedlichsten Ländern ein Zuhause gegeben. In diesem Jahr bot die Hochzeit unseres Sohnes die Gelegenheit für ein großes Wiedersehen. Er und seine Freundin Maria haben ihre Hochzeit lange geplant und auch alle Gastgeschwister, die seit dem Jahr 2000 bei uns ein ganzes Austauschjahr verbracht haben, eingeladen. Es dauerte eine Woche, bis unsere Gastkinder alle bei uns eingetroffen waren. Murad aus Aserbaidschan reiste am Sonntag aus Frankreich an, wo er jetzt studiert. Montags kam Eri aus Japan mit ihrem 2-jährigen Sohn und ihrer Mutter. Sie hat 2001/2002 ihr Austauschjahr in unserer Familie verbracht und hat uns zuletzt vor vier Jahren besucht, als sie während ihrer eigenen Hochzeitsreise mit ihrem Mann in Deutschland war.

Die Gäste reisen an

Da am Dienstag niemand anreiste, nutzten wir die Gelegenheit und machten einen Ausflug mit unserer "Familie". Mit zwei Autos fuhren wir nach Norderney, um unseren Gästen etwas von unserer Heimat zu zeigen. Am Mittwoch reiste dann Mauricette aus Belgien und Liviu aus Amsterdam an. Seine Heimat ist Rumänien und er war 2000 unser erstes Gastkind. Gegen Abend haben wir uns mit unserer „großen Familie" zu Sebastians Nachbarn gesellt, die bereits nachmittags mit dem Kranzbinden begonnen hatten. Am Donnerstag stieß dann Noemi  aus Rumänien zu uns. Sie ist eine langjährige Freundin von unserem rumänischen Gastsohn Liviu und ebenfalls wie ein Gastkind für uns, da sie in den Semesterferien immer bei uns gewohnt hat, um in der Nähe zu arbeiten und Geld fürs Studium zu verdienen. Liina aus Finnland holten wir dann Donnerstagmittag vom Bahnhof ab und abends kamen Evelien und Rick aus den Niederlanden dazu. Wir alle haben dann bei uns im Garten gegrillt und abends noch lange zusammen gesessen.

Am nächsten Morgen, also Freitag, trafen Noe und Pauline aus der Schweiz ein und als letzte kam Yaa aus Ghana. Sie studiert mittlerweile in Köln und hatte noch am Morgen eine Klausur zu schreiben. Yaa ist schon seit fünf Jahren unser "Kind" und eigentlich nie abgereist. Sie blieb einfach nach ihrem Austauschjahr in Deutschland, hat noch einmal ihr Abitur gemacht und spricht jetzt ein akzentfreies Deutsch. Wenn man denkt, dass sie ganz ohne Deutschkenntnisse kam... Damit waren fast alle unsere Gastkinder versammelt.

Der große Tag: die Trauung

Am Nachmittag fand in der Pfarrkirche das Trauungshochamt statt. Alle anwesenden Austauschschüler haben sich eingebracht und verschiedene Texte mit guten Wünschen vorgelesen. Es war schon erbaulich in einer Messe so viele Akzente zu hören und wir waren auch ein bisschen stolz, dass alle Schüler unsere Muttersprache noch so gut beherrschten, die sie ja bei uns gelernt oder vertieft haben.

Bei der anschließenden Hochzeitsfeier im nahegelegenen Saal haben die Austauschschüler ein tolles Video, jeder mit einem Erlebnis mit Sebastian, aus ihrem Austauschjahr gezeigt. Alle Gäste haben sich gefreut und waren ganz erstaunt über so viel Harmonie unter unseren Gastkindern. Wir haben dann bis zum frühen Morgen gefeiert und einige unserer „Kinder" haben sich gewundert, dass sie im Hellen nach Hause kommen durften - das gab es im Austauschjahr nicht!

Man kann gar nicht in Worte fassen, welche tollen Erfahrungen wir mit unseren Gastkindern gehabt haben und wie schön es ist, wenn sie immer wieder in ihr zweites Zuhause zurückkommen. Wir haben uns entschlossen, im kommenden Jahr nochmal eine Austauschschülerin aufzunehmen und ihr ein Zuhause zu geben. Beatrisa aus Estland kommt im Sommer zu uns und wir freuen uns schon, etwas Neues über ihr Land zu erfahren