Gut durchdacht ist halb gewonnen

Anworten auf die häufigsten Fragen

 

Die Entscheidung, einen jungen Menschen in sein Heim aufzunehmen, ist vorab mit vielen Fragen verbunden.
Wir möchten so viele wie möglich davon im Folgenden beantworten. Ihnen fallen sicherlich noch viele mehr ein. Wenden Sie sich dafür gern jederzeit an unser Team im Gastfamilienprogramm (Kontakt siehe rechts).

 

Wie lange bleibt ein Austauschschüler?

Ein Großteil der Austauschschülerinnen und Austauschschüler kommt im Sommer (August/September) für ein Schuljahr nach Deutschland, also zehn bis elf Monate. Einige wenige Jugendliche reisen auch im Januar/Februar nach Deutschland.
Neben den Schülern, die ein Jahr hier verbringen, gibt es auch Jugendliche, die lediglich für ein Halbjahr nach Deutschland kommen.

Gastfamilien haben jedoch auch die Möglichkeit, einen Schüler über einen kürzeren Zeitraum aufzunehmen. Dabei haben sie folgende Optionen: 
Als Willkommensfamilie geben Sie einem Gastkind, für das leider noch keine passende Jahresfamilie gefunden wurde, für die ersten drei Monate ein Zuhause.
Ersatzfamilien nehmen Jugendliche auf, die aus den verschiedensten Gründen nicht in ihrer ursprünglichen Gastfamilie bleiben konnten (z.B. weil die Chemie schlichtweg nicht gestimmt hat). Das Gastkind bleibt im Normalfall bis Ende des Schuljahres in der Ersatzfamilie.
Eine weitere Möglichkeit ist die Aufnahme eines Schülers des vierwöchigen YFU-Sommerprogramms von Juli bis August.

Darüber hinaus gibt es regelmäßig Kurzaustausch-Programme, die in wechselnden Regionen Deutschlands angeboten werden. Eine aktuelle Übersicht gibt es hier.  

Was für eine Unterkunft benötigt das Gastkind?

Eine besonders luxuriöse Unterkunft ist nicht nötig und auch ein eigenes Zimmer für das Gastkind ist nicht unbedingt notwendig. Hauptsache, Sie haben ein freies Bett. Oft kann ein Zimmer mit etwa gleichaltrigen und gleichgeschlechtlichen Gastgeschwistern geteilt werden.

Wenn Sie sich unsicher sind, ob Ihre Wohnsituation die Aufnahme eine Gastkindes zulässt, melden Sie sich gern bei uns - unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen Sie gern in dieser Frage.

Wie ist das mit den Kosten im Alltag?

Gastfamilien bei YFU schenken einem jungen Menschen ein zweites Zuhause in der Welt, indem Sie ihn unentgeltlich bei sich willkommen heißen. Sie bieten der Austauschschülerin oder dem Austauschschüler ein freies Bett, einen Platz am Tisch und Verpflegung (drei Mahlzeiten am Tag).

Für alle weiteren alltäglichen Ausgaben des Gastkindes, also z.B. Taschengeld, Transport mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Kleidung, kommen die leiblichen Eltern oder in Einzelfällen YFU auf.

Familien, die ohne finanzielle Unterstützung die Aufnahme eines Gastkindes nicht ermöglichen können, haben in limitierten Rahmen die Möglichkeit einen Zuschuss zu beantragen. Bei der Gastfamilienanmeldung können Sie hierzu weitere Informationen anfordern.

 

Sprechen die Austauschschüler deutsch?

Alle Austauschschüler besitzen bei Ankunft in ihrer Gastfamilie zumindest grundlegende Deutschkenntnisse, die sie zum Teil auf einem mehrwöchigen Orientierungsseminar von YFU erworben haben. Andere Schüler können die Sprache dagegen schon fast fließend sprechen.

Um ein Gastkind aufzunehmen, müssen Sie daher nicht über Fremdsprachenkenntnisse verfügen. Im Gegenteil bitten wir unsere Gastfamilien, so gut es geht ausschließlich Deutsch mit ihrem neuen Familienmitglied zu sprechen - umso schneller verbessern sich dessen Deutschkenntnisse und verläuft die gegenseitige Verständigung schließlich problemlos.

Sind wir als Gastfamilie geeignet?

Grundsätzlich ist jede Familie und jedes Paar für die Aufnahme eines Austauschschülers geeignet. Ob mit Kindern oder ohne, mit mehreren Generationen unter einem Dach oder nur zu zweit – Sie alle sind eingeladen, Gastfamilie zu werden! Auch Alleinerziehende, Alleinstehende ohne Kinder, Rentner, beruflich sehr eingespannte Eltern oder homosexuelle Paare sind willkommen. Was am meisten zählt, ist die herzliche Aufnahme in die Familie!

Woher kommen die Austauschschüler?

Auf der ganzen Welt entscheiden sich jährlich hunderte Austauschschülerinnen und Austauschschüler für ein Austauschjahr in Deutschland.Die Jugendlichen kommen von allen Kontinenten: Europa, Asien, Nord- und Südamerika, Afrika und Ozeanien.

Wie alt sind die Austauschschüler?

YFU-Austauschschüler sind zwischen 15 und 18 Jahre alt. Das bedeutet, sie sind in der Regel flexibel genug, um sich in den fremden Alltag und das Leben einer neuen Familie einzufinden und auch schon selbständig genug, um die Eindrücke dieses Jahres bewusst zu verarbeiten.

Sollten Kinder im selben Alter in der Familie leben?

Dies ist absolut kein Muss. Auch Familien mit jüngeren Kindern, bereits ausgezogenen Kindern oder auch gar keinen Kindern können selbstverständlich einen Austauschschüler aufnehmen. Denn bitte bedenken Sie: Auch in ihren Heimatländern haben die Jugendlichen in den seltensten Fäll Geschwister im gleichen Alter oder sind vielleicht auch Einzelkind.
Die Austauschschüler werden sich flexibel Ihrer Familiensituation anpassen.

Können wir den Austauschüler selbst auswählen?

Anhand der Angaben, die Sie auf dem Anmeldeformular machen und den Bewerbungsunterlagen, die uns von den Schülern vorliegen, trifft YFU eine Vorauswahl für Sie. Dabei gehen wir vor allem nach gemeinsamen Interessen, so dass von Beginn an Anknüpfungspunkte gegeben sind. Anschließend schicken wir Ihnen die vorausgewählten Schülerprofile zu und Sie überlegen in Ruhe, welcher Schüler am besten in Ihre Familie passen könnte.

Natürlich ist es auch möglich, sich von uns überraschen zu lassen und das Gastkind nicht selbst auszuwählen.

Wie sind die Austauschschüler versichert?

Wir garantieren, dass alle Teilnehmer über einen ausreichenden Haftpflicht- und Krankenversicherungsschutz verfügen. Es handelt sich dabei entweder um eine von YFU abgeschlossene Gruppenversicherung oder um eine Versicherung der leiblichen Eltern im Heimatland. 

Wer meldet das Gastkind bei Schule & Behörden an?

Alle YFU-Austauschschüler müssen während des Austauschjahres eine allgemeinbildende Schule besuchen. Meist ist dies ein Gymnasium oder eine Gesamtschule, aber auch der Besuch einer Realschule ist in vielen Fällen ebenso möglich wie die Anmeldung an einer Privatschule. Letzteres muss aber im Einzelfall geklärt werden.

Als Gastfamilie schlagen Sie uns eine Schule für Ihr Gastkind vor. Die Entscheidung über die Aufnahme an der Schule und die Jahrgangsstufe trifft die Schulleitung. Die offizielle Anmeldung an der Schule mit allen notwendigen Dokumenten übernehmen die Mitarbeiter in der YFU-Geschäftsstelle. Sie besprechen vor Ort die Details, wie z.B. den Fahrtweg zur Schule, Schulbuchleihe u.ä.

Alle Jugendlichen müssen direkt nach ihrer Ankunft beim Einwohnermeldeamt angemeldet werden. Neben dieser Anmeldung benötigen die meisten (nicht-europäischen) Schüler zusätzlich eine Aufenthaltserlaubnis für das Jahr. Die Aufenthaltserlaubnis muss innerhalb der ersten drei Monate nach der Ankunft in Deutschland persönlich bei der Ausländerbehörde beantragt werden und wird in der Regel problemlos erteilt. Alle erforderlichen Bescheinigungen erhalten die Gastfamilien rechtzeitig zusammen mit weiteren Unterlagen von YFU. Wir bitten Sie, Ihr Gastkind dabei zu unterstützen.

Werden wir auf die Zeit mit Gastkind vorbereitet?

Gastfamilien und Austauschschüler starten mit vielen Erwartungen in ihr gemeinsames Jahr. YFU gibt sowohl Schülern als auch Familien daher schon im Vorfeld Handwerkszeug für ein gelungenes Zusammenleben mit auf den Weg.

Für (zukünftige) Gastfamilien veranstaltet YFU noch vor der Anreise der Austauschschüler regionale Treffen. Dort haben sie die Möglichkeit, ehrenamtlichen Mitarbeitern von YFU sowie ehemaligen Gastfamilien Fragen zu stellen und Tipps rund ums Austauschjahr zu bekommen. Zudem erhalten alle Gastfamilien im Vorfeld ein Handbuch von YFU, in dem sie umfassende Hinweise und Vorschläge für das Jahr mit ihrem Austauschschüler finden.

An wen wenden wir uns bei Problemen?

Für jede Gastfamilie und ihren Austauschschüler steht ein persönlicher Betreuer bereit. Betreuer sind ehrenamtliche Mitarbeiter, die in der Nähe der Gastfamilien wohnen und sie und die Jugendlichen während des Jahres unterstützen. Sie nehmen regelmäßig an Fortbildungen teil und haben oft eigene Austauscherfahrungen als (Gast-)Eltern oder Austauschschüler.

Natürlich sind auch die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der YFU-Geschäftsstelle für Sie da. Dort kümmern sich pädagogisch und psychologisch ausgebildete Mitarbeiter um die Betreuung von Schülern und Familien. Sie stehen zudem in ständiger Verbindung zu unseren Kollegen in den YFU-Partnerländern.

In der Woche sind unsere MItarbeiter zwischen 9.30 und 16.30 Uhr im Büro erreichbar. Für dringende Notfälle außerhalb der Bürozeiten gibt es außerdem eine Notruf-Telefonnummer, unter der Sie die hauptamtlichen Betreuer rund um die Uhr erreichen können - auch an Wochenenden und Feiertagen.

 

Was passiert bei Urlaub?

Die Austauschschülerinnen und -schüler erleben in der Regel einen ganzen Jahreszyklus in Deutschland und sollten wenn möglich an allen familiären Feiern und Festen teilnehmen. Dabei ist es kein Problem, wenn Sie während oder auch zu Beginn des Austauschjahres einen Urlaub planen. Es wäre schön, wenn Ihr neues Familienmitglied daran teilnimmt. Die Kosten dafür übernehmen in der Regel die leiblichen Eltern. Sollte es Ihnen nicht möglich sein, Ihr Gastkind mitzunehmen, werden wir gemeinsam mit Ihnen eine Lösung finden.

Können wir uns mit anderen Gastfamilien austauschen?

Während des Jahres gibt es mehrere Möglichkeiten für Gastfamilien, sich mit anderen YFU-Familien auszutauschen. Hier können Familien Erlebnisse teilen und sich gegenseitig Tipps geben. In manchen Regionen bietet YFU zusätzlich regelmäßige Eltern-Stammtische an. Bei allen Treffen und Seminaren sind ehrenamtliche YFU-Mitarbeiter vor Ort, um zu unterstützen, ihre eigenen Erfahrungen zu teilen und natürlich um Ihre Fragen zu beantworten.