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Ein unschlagbares Gastfamilien-Team

 

Spaßbad, Geburtstagsparty und Meute-Konzert – das Austauschjahr von Elene aus Georgien und ihrer Gastfamilie startete gleich mit mehreren Highlights. Seit letztem Jahr lebt sie bei ihrer Gastfamilie in der Nähe von Hamburg, die sie sofort ins Herz geschlossen hat.

 

Im Interview erzählen Gasteltern Heike und Andre und die Geschwister Emma und Peter, warum sie Gastfamilie geworden sind, wie sie die erste Zeit miteinander erlebt haben und worauf sie sich in den kommenden Monaten noch freuen. Gasttochter Elene haben wir gleich mitbefragt. 

 

 

Vielen Dank, dass ihr euch Zeit für ein Interview genommen habt. Wir starten gleich mit der einen großen Frage rein – warum seid ihr Gastfamilie geworden?

 

Peter: Warum nicht?!

 

Emma: Ich selbst habe mich gegen ein eigenes Auslandsjahr entschieden, wollte aber trotzdem gerne eine andere Kultur kennenlernen. Jetzt haben wir uns das Abenteuer nach Hause geholt.  

 

Andre: Ich habe beruflich als hauptamtlicher Referent in der YFU-Geschäftsstelle in den letzten 20 Jahren schon so viele spannende Geschichten von Schüler*innen und Gastfamilien gehört, dass ich eine solche Erfahrung unbedingt auch einmal aus eigener Perspektive erleben wollte. 

 

Heike: Freundinnen und Freunde unserer Kinder geben sich bei uns ohnehin die Klinke in die Hand. Warum also nicht auch jemanden für mehrere Monate bei uns einladen, die den Wunsch hat, mit uns zu leben? Andre hatte die Idee, Gastfamilie zu werden, schon vor Jahren eingebracht. Jetzt, da unsere Kinder mehr oder weniger gleichaltrig sind mit unserer Gasttochter Elene, schien der richtige Zeitpunkt für dieses Abenteuer gekommen.

 

 

Manche Familien haben Bedenken vor einem Austausch – wie war das bei euch?

 

Heike: Ich hatte viele Fragen: Was ist, wenn man nicht richtig zueinander findet und dennoch das gleiche Zuhause miteinander teilt? Wo, wenn nicht in den eigenen vier Wänden, will man sich schließlich frei bewegen und Kraft tanken?

 

Peter: Ja, ich habe mir auch so meine Gedanken gemacht, weil man sich vielleicht zuhause nicht mehr so frei bewegen kann.

 

Emma: Ich dachte: was kann denn schieflaufen? Also, einfach mal probieren!

 

Andre: Ich habe es wie Emma gesehen: Wenn es gar nicht geht, findet sich auch eine Lösung. Wenn wir alle positiv daran gehen, wird‘s auch gut.

 

 

Ihr lebt jetzt schon einige Monate zusammen. Erzählt doch mal von der ersten Zeit – wie war das für euch?

 

Heike: Super! Wir hatten zuvor bereits regen Kontakt miteinander über Kurznachrichten, sodass wir uns schon gleich am ersten Tag irgendwie vertraut waren. Donnerstags haben wir Elene vom Orientierungsseminar abgeholt, und schon gleich sonntags darauf war ihr 17. Geburtstag! Wir wollten sie daher möglichst schnell gut kennenlernen, um ein Gefühl zu bekommen, worüber sie sich an ihrem Geburtstag wohl freuen würde. 

 

Wir gehen in unserer Freizeit alle gern auf Flohmärkte und hatten ein bisschen Sorge, ob das wohl auch für Elene etwas wäre. Wie sich zeigt, kommt sie sehr gerne mit, entdeckt auch einiges nach ihrem Geschmack und war schon nach rund drei Wochen das erste Mal allein mit zwei Freundinnen unserer Tochter mit der U-Bahn in Hamburg unterwegs, um dort gemeinsam auf einem Flohmarkt zu stöbern.

 

Emma: Ich fand toll, dass Elene schon gleich am ersten Tag meine Freundinnen kennengelernt hat. Sie war gleich bereit alles mitzumachen und hatte auf alles Lust.

 

Peter: Alles war noch besser, als ich es mir vorher vorgestellt habe.

 

Elene: Ich bin erst seit ein paar Monaten in Deutschland und die Zeit vergeht so schnell – ich glaube, das liegt vor allem an meiner Familie. Mir war beim ersten Treffen sofort klar, dass ich bei ihnen in sehr guten Händen bin. Schon direkt nach meiner Ankunft hatten wir gemeinsam so viel Spaß. Wir haben alles zusammen gemacht, und von Anfang an habe ich mich wirklich willkommen, wohl und sicher gefühlt.

 

 

Das klingt alles ganz wunderbar – was war denn euer bisher bestes Erlebnis?

 

Emma: Gemeinsam in HH auf der Alster mit dem Kanu unterwegs zu sein und als Elene und ich uns im Arm gehalten haben und Elene zu mir „meine Schwester“ gesagt hat. Da haben wir auch drüber geredet, dass wir für immer Schwestern bleiben wollen.

 

Peter: Als wir gleich am 3. Tag zusammen im Spaßbad waren, um danach in Elenes Geburtstag reinzufeiern. Und das Konzert der Band „Meute“, auf das wir als Familie gegangen sind. 

 

Heike: Ich freu mich jeden Tag über diese Kleinigkeiten, wenn ich den Eindruck habe, dass Elene gerne den Kontakt und den Austausch mit uns sucht und ganz selbstverständlich bei allem dabei ist und mitmacht. 

 

Außerdem mag ich es sehr, dass Elene so bereitwillig erzählt und wir es gemeinsam manchmal mit Deutsch, Englisch, Händen und Füßen versuchen, um uns gegenseitig ganz genau zu verstehen. Das macht so viel Lust und Mut, auch selbst die eigenen Sprachbarrieren zu überwinden.

 

Elene: Mein bestes Erlebnis in Deutschland bisher war das Gefühl, langsam anzukommen und Teil des Alltags hier zu werden. Die Zeit mit meiner Gastfamilie und die kleinen gemeinsamen Erlebnisse haben mir gezeigt, wie besonders dieser Austausch für mich ist"

 

 

Ein paar Monate liegen noch vor euch – gibt es etwas, worauf ihr euch besonders freut?

 

Heike: Dass es zum Glück noch über ein halbes Jahr ist, dass wir hier gemeinsam haben! Wir wollen noch gar nicht daran denken, dass die Zeit irgendwann enden wird.

 

Andre: Ach, auf jeden Tag. Und darauf, Elene im Urlaub zu zeigen, wo ich groß geworden bin und auf unsere alljährliche Osterradeltour mit unseren Freund*innen. 

 

Elene: Ich freue mich auf jeden einzelnen Tag, weil jeder Tag anders ist und viele neue Erfahrungen bringt. Am meisten freue ich mich darauf, noch mehr über das Leben hier zu lernen, neue Orte zu entdecken, die Fahrradtour zu Ostern und viele weitere schöne Erinnerungen mit meiner Familie zu sammeln. Ich bin sehr dankbar, hier zu sein und eine Familie wie sie zu haben – sie haben diesen Ort wirklich zu einem zweiten Zuhause für mich gemacht.

 

Peter: Auf gemeinsame Urlaube und Ausflüge mit Elene.

 

Emma: Ich freue mich auf alles sehr, besonders weil Elene jetzt richtig angekommen ist hier und gar nicht mehr wegzudenken ist.

 

 

Vielen Dank für das tolle Interview mit euch! 

 

Andre, Heike, Peter, Emma und Elene beim Meute-Konzert

Andre, Heike, Peter, Emma und Elene beim Meute-Konzert

Emma und Elene

Emma und Elene

Andre, Emma, Peter und Elene in Hamburg

Andre, Emma, Peter und Elene in Hamburg

Elene und Heike am Elbstrand

Elene und Heike am Elbstrand