Vom 23. bis 25. März 2026 fand in Brüssel die Abschlussreise der Initiative „Herz, Hand und Kopf - Internationale Verständigung durch Jugend- und Schüleraustausch“ für politische Entscheidungsträgerinnen statt. Insgesamt kamen zwölf Landtagsabgeordnete aus acht Bundesländern mit Vertreter*innen von gemeinnützigen Austauschorganisationen zusammen, um über die Zukunft des internationalen Jugendaustauschs zu diskutieren. Mit dabei war natürlich auch YFU, unter anderem vertreten durch die stellvertretende Geschäftsführerin Jantje Theege.
Fokus auf Erasmus+- und Bildungsgerechtigkeit
Ein zentraler Programmpunkt war die Diskussion über das EU-Förderprogramm Erasmus+-. In einer Podiumsdiskussion mit Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung wurden Chancen, Herausforderungen und Entwicklungsperspektiven des Programms erörtert. Moderiert von AJA-Geschäftsführer Jan Schütte tauschten sich Philipp Aigner (Bundesrat und Europäischer Rat), Christian Kiefer (Europäische Kommission), Rita Stegen (Stadt München, Referat Bildung und Sport) und Pawel Prokop (Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge) über ihre verschiedenen Perspektiven und Erfahrungen aus und machten die Komplexität des Programms deutlich. Am Ende blieb die zentrale Frage, wie mehr Schüler*innen gefördert und Schulen bei der Antragstellung unterstützt werden können: Denn bislang erhalten nur etwa ein bis drei Prozent aller Schüler*innen in Deutschland eine Förderung über Erasmus+-.
Jantje Theege sieht hier einen klaren Handlungsbedarf: „Erasmus+- ist ein zentrales Instrument für internationale Verständigung. Damit es seine volle Wirkung entfalten kann, müssen die Fördermittel für Austausch in den Bereichen Bereichen Schule und Jugend aufgestockt werden. Außerdem sollten langfristige individuelle Mobilitäten sollten deutlich gestärkt und zugänglicher gestaltet werden“, betont die stellvertretende Geschäftsführerin von YFU.
Schulen unterstützen
Wie konkrete Orientierung und Beratung für Schulen rund um das Thema Mobilitäten und interkulturelles Lernen aussehen kann, erfuhren die Abgeordneten aus erster Hand von zwei Lehrkräften der GHG Schule Alsdorf: Sie gehören zum bundesweiten Netzwerk von Schule Global [Link]. Die AJA-Initiative unterstützt Schulen seit 2019 kostenfrei auf ihrem Weg der Internationalisierung. Besonders erfreulich: Seit Oktober 2025 wird Schule Global vom BMBFSFJ gefördert und kann somit vielen weiteren Schulen Coaching und Fortbildungen anbieten. Eine wichtige Botschaft, die die teilnehmenden Politiker*innen mit in ihre Bundesländer nehmen konnten.
Ein Höhepunkt der Reise war der Besuch des Europäischen Parlaments sowie ein Gespräch mit der Europaabgeordneten Sabrina Repp (SPD). Im Rahmen dieses Treffens überreichten die teilnehmenden Landtagsabgeordneten einen gemeinsamen Appell zur Zukunft von Erasmus+-. Darin fordern sie unter anderem eine deutliche Stärkung des Programms sowie den Ausbau der Bereiche Schulbildung und berufliche Bildung.
Impulse setzen
Für YFU bot die Reise eine wichtige Plattform, um die Perspektiven gemeinnütziger Austauschorganisationen in den politischen Diskurs einzubringen. Im Mittelpunkt stand dabei das gemeinsame Ziel, internationalen Schüleraustausch als festen Bestandteil von Bildungsbiografien zu verankern und mehr Jugendlichen unabhängig von ihrer Herkunft Zugang zu ermöglichen.
Die Informationsreise „Herz, Hand und Kopf - Internationale Verständigung durch Jugend- und Schüleraustausch“ wurde organisiert vom AJA – Arbeitskreis Internationaler Jugendaustausch und fand mit Unterstützung der Initiative Austausch macht Schule und Förderung durch die Stiftung Mercator und das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) statt. Ein großer Dank gilt auch den Bundesländern Schleswig-Holstein und Hamburg, die das Treffen in deren gemeinsamer Brüsseler Vertretung, dem „Hanse Office“, möglich machten.