USA-Austausch – quo vadis? – das war eine der zentralen Fragen, die neben vielen anderen Themen bei der diesjährigen AJA-Fachtagung Schüleraustausch in Berlin diskutiert wurden. Am 21. Und 22. Januar kamen dort Mitarbeiter*innen und Führungskräfte aus der Austausch-Branche zusammen, um gemeinsam über aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven im internationalen Schüleraustausch zu sprechen. Als Gründungsmitglied des AJA war natürlich auch YFU auf der Tagung vertreten.
USA-Austausch – quo vadis?
Eines der Highlights der Veranstaltung war die Podiumsdiskussion zum USA-Austausch am ersten Tag: Moderiert von Jan Schütte (AJA) sprachen Scott Weinhold (U.S. Embassy Berlin), Constanze Sietz (TravelWorks) und YFU-Geschäftsführerin Mareike von Raepke über die aktuelle Situation der Austauschprogramme in die USA. Einig war man sich, dass gerade in politisch herausfordernden Zeiten persönlicher Austausch besonders wichtig sei. Denn Vertrauen entstehe durch Begegnung, Transparenz und offene Gespräche – nicht durch Distanz.
Mareike von Raepke betonte dabei das anhaltende Engagement von US-amerikanischen Gastfamilien, die wie eh und je ihre Häuser und Herzen öffnen würden, um Jugendlichen ganz persönliche Einblicke in die amerikanische Kultur zu gewähren. Eine gerade heute besonders wichtige Erfahrung, denn: Im Alltag der Austauschschüler*innen stehen nicht politische Debatten im Vordergrund, sondern der Alltag mit der Gastfamilie und an der High School – und genau dort entstehen Verständnis, Perspektivwechsel und nachhaltige Beziehungen.
Austausch als Beitrag zu Demokratie und Verständigung
Am zweiten Tag war der Blick auf die gesellschaftliche Bedeutung internationaler Jugendbegegnungen besonders eindrücklich. In einem Impuls ging es darum, warum Austauschprogramme ein wichtiger Baustein für Demokratiebildung und friedliches Zusammenleben sind. Wer längere Zeit in einem anderen Land lebt, lernt nicht nur Sprache und Alltag kennen, sondern auch andere Sichtweisen, Werte und Diskussionskulturen. Solche Erfahrungen stärken die Fähigkeit, Unterschiede auszuhalten, einzuordnen und respektvoll mit ihnen umzugehen – eine Kompetenz, die in einer global vernetzten Welt immer wichtiger wird.
Gemeinsames Fazit
Was die AJA-Fachtagung besonders geprägt hat, war die offene, vertrauensvolle und konstruktive Atmosphäre. Trotz aller aktuellen Herausforderungen herrschte große Einigkeit darüber, dass internationaler Schüleraustausch auch in Zukunft eine zentrale Rolle spielen muss. Mit diesem gemeinsamen Verständnis endete die Tagung – und mit dem klaren Signal, dass Austauschprogramme gerade in bewegten Zeiten unverzichtbar bleiben.
Mehr Informationen über das Programm der Fachtagung gibt es hier: www.aja-org.de/fachtag-jugend-und-schueleraustausch