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Als Vegetarier*in oder Veganer*in ins Austauschjahr

Was muss ich beachten?

 

Wer sich vegetarisch oder vegan ernährt und ins Austauschjahr möchte, steht früher oder später vor der Frage: Funktionieren meine Ernährungsgewohnheiten auch im Ausland? Einige häufige Fragen dazu beantworten wir hier.

 

Ist eine vegetarische oder vegane Ernährung im Austausch überhaupt möglich?

Grundsätzlich gilt: Eine – auf welche Art auch immer – eingeschränkte Ernährung während des Austauschs ist zwar prinzipiell möglich, führt aber auch zu einigen Einschränkungen bei der Organisation deines Aufenthaltes. Denn in vielen Ländern ist vegetarische oder vegane Ernährung nicht ansatzweise so verbreitet wie in Deutschland oder sogar fast unbekannt. Das bedeutet, dass viele Familien in ihrem Alltag normalerweise nicht vegetarisch/vegan kochen und sich daher auch nicht zutrauen, eine*n Schüler*in mit anderen Essgewohnheiten aufzunehmen. Oft liegt das nicht einmal daran, dass die Familien nicht grundsätzlich bereit wären, Austauschschüler*innen auch ein anderes Essen zuzubereiten. Viele schrecken eher aus Sorge zurück, sie könnten etwas falsch machen und ihren Gästen nicht gerecht werden. Die Suche nach einer passenden Gastfamilien für Vegetarier*innen und Veganer*innen ist also immer vergleichsweise schwierig, und andere Faktoren, die wir sonst bei der Zuordnung von Schüler*innen und Familie berücksichtigen (z.B. gemeinsame Interessen) müssen weiter hintenanstehen.

Ich wäre bereit, mir mein Essen selbst zuzubereiten – würde das helfen?

Grundsätzlich kann das hilfreich sein, und wir empfehlen dir auf jeden Fall, dies bei der Bewerbung ggf. auch anzugeben. Allerdings spielt die Esskultur bzw. das gemeinsame Familienessen in vielen Ländern eine größere Rolle als bei uns, so dass einige Familien es als merkwürdig empfinden, wenn sie ihren Gast nicht bekochen und die Mahlzeiten nicht mit ihm*ihr teilen können. Anderen Familien kann diese Erleichterung aber natürlich sehr entgegenkommen.

Was könnte ich noch machen, um es potenziellen Gastfamilien leichter zu machen?

Während eines Austauschjahres lernt man eine völlig neue Kultur kennen, in der viele Dinge ganz anders funktionieren, als man es von zu Hause gewohnt ist. So sehr YFU unter anderem aus Nachhaltigkeitsgründen hinter vegetarischer/veganer Ernährung steht: Wir möchten dich aus den oben genannten Gründen dazu einladen, dir die Frage zu stellen, inwieweit du bereit bist, dich für ein Jahr auch auf andere Essgewohnheiten als zu Hause einzulassen. Dabei gibt es kein Schwarz oder Weiß, kein ganz oder gar nicht. Es gibt Jugendliche, die ihre Essgewohnheiten für ein Jahr komplett umstellen, aber es gibt genauso Schüler*innen, die sich für bestimmte Kompromisse öffnen: So ist es zum Beispiel in vielen Ländern schon sehr hilfreich, wenn man bereit ist, Speisen zu essen, die mit Fleischbrühe gewürzt wurden. Auch wenn man akzeptiert, dass die eigenen Speisen möglicherweise vorher mit Fleisch in Berührung waren (und dieses hinterher entfernt wird), kann das vielen Gastfamilien sehr helfen. Wie groß deine persönliche Flexibilität ist, solltest du auf jeden Fall in deiner Bewerbung angeben. Bitte sei dabei unbedingt ehrlich, da sich deine künftige Gastfamilie darauf einstellen wird.

Ich möchte bei meiner Ernährung definitiv keine oder nur wenige Kompromisse eingehen. Was kann ich dann machen?

Aufgrund der oben erklärten Schwierigkeiten bei der Gastfamiliensuche für Vegetarier*innen und Veganer*innen haben viele unserer Partnerländer nur begrenzte Kapazitäten für Jugendliche mit Ernährungseinschränkungen. Wir empfehlen dir daher, bei deiner Länderwahl offen zu sein und dich für möglichst viele Länder zu bewerben – das erhöht die Chance, dich in einem Land unterzubringen, in dem unsere Partner in der jeweiligen Saison mit vergleichsweise guten Möglichkeiten rechnen. Welche Länder das sind, kann sich von Jahr zu Jahr ändern – zum einen abhängig von der Gesamtnachfrage von Vegetarier*innen/Veganer*innen, aber auch davon, wie viele Ressourcen insgesamt für die Gastfamiliensuche zur Verfügung stehen. In Indien ist es dank der Landesküche generell kein Problem, Gastfamilien für Vegetarier*innen zu finden. Besonders schwierig dagegen ist die Unterbringung derzeit in Japan, China, den USA, Frankreich, Finnland, Dänemark und Südafrika. Wenn du dich für eines oder mehrere dieser Länder interessierst, empfehlen wir dir dringend, auch über weitere Länderwünsche nachzudenken.  

Du hast noch weitere Fragen? Dann melde dich gern bei uns!